Sehen und verstehen: Geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle

Zuständig für die Entsorgung radioaktiver Abfälle sind die Betreiber der Kernkraftwerke sowie die Eidgenossenschaft (für die Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung). Gemeinsam haben sie deshalb 1972 die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gegründet und diese beauftragt, die Entsorgung theoretisch und praktisch zu lösen. Dabei steht der Schutz von Mensch und Umwelt im Vordergrund.

Das schweizerische Kernenergiegesetz von 2005 schreibt vor, dass die Abfälle im Inland entsorgt werden müssen, und zwar in geologischen Tiefenlagern. Darin sollen die Abfälle so sicher gelagert werden, dass spätere Generationen sich nicht mehr damit befassen müssen.

Als Lagerort wählt man Gesteinsschichten, die schon 100 bis 200 Millionen Jahre überdauert haben. Das ist lange im Vergleich zur erforderlichen Lagerdauer der Abfälle von 200’000 Jahren; danach ist deren Radioaktivität nämlich auf natürliche Werte abgeklungen. Tiefenlager schaffen also die Voraussetzung, dass die Umwelt langfristig vor der Strahlung der radioaktiven Abfälle geschützt ist.

Überschaubares Volumen

Die Menge der radioaktiven Abfälle ist überschaubar. Für beispielsweise 50 Jahre Betriebsdauer der fünf Schweizer Kernkraftwerke ergeben sich folgende Volumina:
– Hochaktive Abfälle: 7500 m3
– Schwach- und mittelaktive Abfälle: 60’000 m3
Aus Medizin, Industrie und Forschung fallen zusätzlich rund 33’000 m3 an.

Ton quillt und hält dicht

Das Verfüllmaterial Bentonit und die Lagerschicht Opalinuston gehören zu den Tongesteinen. Diese quellen bei Wasserkontakt auf und wirken auf diese Weise selbstdichtend. Zudem können sie radioaktive Teilchen langfristig zurückhalten.