Ob ein Schmelzwerk Aluminiumfabrikate herstellt oder ob in der Pause eines Fussballländerspiels Hunderttausende auf der Toilette das Licht andrehen: Beides braucht eine Menge Strom. Dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied: Das Schmelzwerk braucht rund um die Uhr immer etwa gleich viel Strom – dieser Bedarf kann also gut vorhergesagt werden. Der zusätzliche Strombedarf in der Pause des Fussballspiels hingegen ist schwieriger zu prognostizieren, sowohl zeitlich als auch im Umfang.
Stellt man den Stromverbrauch dieser Beispiele in Abhängigkeit von der Zeit grafisch dar, so ergibt sich beim Aluminiumschmelzwerk ein horizontales Band – deswegen spricht man von Bandenergie. Der zusätzliche Strombedarf in der Pause des Fussballspiels zeigt sich hingegen als steile Spitze, weshalb hier von Spitzenenergie gesprochen wird.
Da nun Strom in dem Moment erzeugt werden muss, in welchem er verbraucht wird, müssen die Kraftwerke in der Lage sein, sowohl Bandenergie als auch Spitzenenergie zu liefern. Thermische Kraftwerke (zum Beispiel Kohle- und Kernkraftwerke) sowie Flusslaufkraftwerke eignen sich als Lieferanten von Bandenergie, da grosse Verluste entstünden, wenn sie Spitzenenergie liefern müssten. Speicherkraftwerke hingegen sind ideale Lieferanten von Spitzenenergie, da sie sich schnell regeln lassen und so Bedarfsspitzen decken können.